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Im Bereich Moderation gibt es viele Begriffe, die zum Teil schwer einzuordnen sind, weil sie synonym verwandt werden, sich überschneiden oder auch schlicht falsch benutzt werden. Wir versuchen hier einige Begriffe einzuordnen. Einem leichteren Schreiben geschuldet ist im folgenden Text jeweils vom Moderator die Rede, gemeint ist natürlich immer auch die Moderatorin.

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MODERATIO Mini-Lexikon

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Agil Moderieren

„Agilität ist die Fähigkeit einer Organisation, flexibel, aktiv, anpassungsfähig und mit Initiative in Zeiten des Wandels und Unsicherheit zu agieren. Das Konzept stammt aus dem Bereich der Produktion und wurde von Managementgurus wie Rosabeth Moss Kanter und Tom Peters als Quelle für einen Wettbewerbsvorteil genannt. Richard Pascale hat die Idee der Agilität genauer untersucht. Für ihn liegt der Schlüssel für Agilität im Wesen der Organisation und nicht so sehr in dem, was sie tut. Agilität entstand als Reaktion auf langsame, bürokratische Organisationen, um veränderten Marktbedingungen zu begegnen. Das virtuelle Unternehmen wurde als extremes Beispiel für eine agile Organisation genannt.“ [www.onpulson.de]

Überträgt man den Begriff agil nun auf Moderation und postuliert ein „Agiles Moderieren“, so würde das bedeuten, dass es auch ein langsames, bürokratisches, nicht agiles oder „Rigides Moderieren“ geben müsste. Was aber sollte das sein? Stellt man hingegen Moderation in ein agiles Arbeitsumfeld, wie etwa das der agilen Software-Entwicklung, so könnte man von „Moderieren in agilen Organisationen“ als Pendant zu einem „Moderieren in traditionellen Organisationen“ sprechen. Da ein agiles Organisationsumfeld, stärker als traditionelle Organisationskulturen, die Fähigkeit auch Ad-hoc-Meetings zweckdienlich und zielführend moderieren zu können benötigt, wird hier flexibles, aktives, anpassungsfähiges, kurzfristiges und schnelles, sowie "prozessbegleitendes" Planen besonders wichtig. Die Betonung dieser Facette professionellen Moderations-know-hows konstituiert allerdings keinen speziellen Moderationsansatz.

Das Label "Agil Moderieren" kann daher eher als eine Zielgruppendefinition verstanden werden. Der Begriff zielt etwa auf Scrum Master, also "Projektleiter/ Projektmoderator" in der agilen Softwareentwicklung ab. Zudem beschreibt es keine spezielle Moderationstechnik, die von der "normalen" Moderation zu differenzieren wäre. Vielmehr gilt für Moderation, was die Autoren Wouter Aghina, Aaron De Smet und Kirsten Weerda in ihrem Beitrag "Agility: It rhymes with stability" in McKinsey Quarterly für Führung allgemein beschreiben: Stabilität und Agilität sind ein Schein-Widerspruch; beides ist erforderlich.

Anschlussfähigkeit

Jedes soziale System, jede Organisation, jedes Team folgt einer eigenen inneren Logik, hat eine eigene, ganz spezifische Kultur, die beispielsweise in Aussagen, wie etwa „Wir machen das immer so, dass wir…“ oder „Bei uns ist das so, dass…“ deutlich wird. Jede Beratung/Veränderung wird als „Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ und als Störung erlebt und stößt auf mehr oder weniger Widerstand. Je ähnlicher die „Beratungslogik“ der vorhandenen Unternehmenskultur oder Teamlogik ist, desto weniger wird sie als Bedrohung erlebt und desto eher kann sie akzeptiert werden. Je weniger fremd die Beratungsleistung daherkommt, desto besser passt der Schlüssel in´s Schluss, desto „anschlussfähiger“ ist sie. Eine wichtige Aufgabe in der systemischen Organisationsberatung /Businessmoderation besteht daher darin, für ein Gelingen der angestrebten Veränderung (auch) dadurch Sorge zu tragen, dass maximale Anschlussfähigkeit möglich wird.

Appreciative Inquiry

AI ist ein Ansatz, der aus den vier Phasen "Discovery" (Erkennen und Verstehen), "Dream" (Entwerfen eines wünschenswerten Zukunftsbildes), "Design" (Ausarbeiten des gefundenen Zukunftsbildes) und "Destiny" (Planung von Umsetzungsschritten) besteht. Die Kernidee dieses Moderationsdesigns ist es, durch "wertschätzende Erkundung" die positiven Seiten und Stärken des Unternehmens / Teams herauszuarbeiten und diese dann als Basis zur Entwicklung einer Zukunftsplanung zu nutzen.

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BarCamp

BarCamps werden auch als „Unkonferenz“ oder „Nicht-Konferenz“ bezeichnet. Dies soll deutlich machen, dass es kein vorab geplantes und organisiertes Programm gibt, es gibt lediglich ein Generalthema, zu dem eingeladen wird. Das BarCamp ist dem Open Space Ansatz sehr ähnlich. Im Unterschied zum Open Space Design treffen sich hier die Menschen aber nicht um nach Lösungsmöglichkeiten für ein gemeinsames Anliegen oder Problem zu suchen. Meist gehören sie nicht ein und derselben Organisation an und möchten nicht organisationale Frage- oder Problemstellungen bearbeiten, sondern sich unabhängig von ihrer Herkunft /Zugehörigkeit, "auf Augenhöhe", zum vorgegebenen Generalthema, informieren austauschen und vernetzen.

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Change Management

Das "Change Management" ist kein geschlossener Ansatz, sondern steht für das "Managen" eines Veränderungsprozesses, im Rahmen der Organisationsentwicklung, von der Konzeption über die Realisierung und die Mobilisierung der Mitarbeiter bis hin zur Sicherung der Nachhaltigkeit. Im Zentrum steht die Frage WIE die erforderliche Veränderung gelingen kann. Business Moderation / Facilitation ist ein zentrales Instrument des Changemanagement, da es nach dem Motto der Organisationsentwicklung "Betroffene zu Beteiligten machen!" darum geht, Gesprächsrunden zu gestalten und zu moderieren; von der Vorstandsklausur über den Workshop bis zur Mitarbeiterkonferenz.

Co-Moderation

Co-Moderation bedeutet, dass zwei Personen eine Gruppe leiten. Vor einer Co-Moderation sollten a) die Rollen und b) die Art der Zusammenarbeit geklärt werden!

Der Co-Moderator kann etwa in den Rollen „Assistent“, „Schüler“ oder „Co-Pilot“ tätig werden. Die Art der Zusammenarbeit kann gleichberechtigt (symmetrisch) oder in einer hierarchischen / sich ergänzenden Konstellation (komplementär) gestaltet werden. Dabei sollte - auch in einer komplementären Zusammenarbeit - das Miteinander auf Augenhöhe stattfinden.

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Digitalmoderation

"Digitalmoderation" oder "Digital-Moderation" auch "Digitale Moderation" oder "E-Moderation" genannt, bezeichnet Moderation mit digitalen Medien. Dies findet zunehmend via Internetverbindung statt. Die genutzte Software ist eine webbasierte Software-as-a-Service (SaaS) -Lösung, die keinerlei Softwareinstallation erfordert. MODERATIO nutzt zur Moderation mit digitalen Medien wie Beamer, eBoard oder eScreen, die webbasierte Moderationssoftware SixSteps®. Digitale Workshop-Moderation ist etwas, was die meisten Menschen sich noch nicht wirklich vorstellen können. Ein kurzer Video-Clip ermöglicht einen ersten Eindruck, was digitale Moderation leisten kann: Moderation 4.0 auf YouTube. Die von MODERATIO priorisierte Lösung lässt sich auch zur Online-Moderation (Online Conferencing) nutzen. Dies hat den Vorteil, dass on-site begonnene Meetings on-line weitergeführt werden können und umgekehrt. 

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E-Moderation

Das "E" der E-Moderation weist, in Anlehnung an E-Learning, darauf hin, dass hier mit elektronischen Medien gearbeitet wird. Das kann einerseits "Internet-Moderation" im virtuellen Moderationsraum und andererseits die Nutzung von PC-Systemen zur Gestaltung und Großgruppenmoderation von Großgruppen-Events sein. Siehe hierzu auch Stichworte "Digitalmoderation" und "Moderation 4.0"!

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